Neujahrstagung des DGB-Bildungswerks NRW am 3. Februar in Duisburg-Marxloh

„Wir müssen die Nazis entwaffnen und die NPD verbieten.“ Mit diesem Appell schloss Andreas Meyer-Lauber, der Vorsitzende des DGB in Nordrhein-Westfalen, seine Ansprache beim Neujahrsempfang des DGB-Bildungswerks NRW am 3. Februar in Duisburg-Marxloh. Rund 150 Gäste waren der Einladung des Bildungswerks in die dortige Moschee gefolgt. Der Ort selbst ist bereits Programm. Einerseits die größte Moschee Deutschlands und andererseits ein Symbol für den gemeinsamen Kampf gegen Intoleranz. Die Versuche der NPD und anderer nazistischer Organisationen, die Moschee zu verhindern, waren am engagierten Einsatz der Bevölkerung über alle Religions- und sonstigen Grenzen hinweg gescheitert.

 

 

„Aktiv gegen Fremdenfeindlichkeit“ lautete das Thema der Tagung. Neben den Forderungen an die Politik wurden dabei eine Reihe erfolgreicher Projekte gegen Fremdenfeindlichkeit vorgestellt. So präsentierten beispielsweise Magdalena Zasepa und Przemyslaw Bednarcyk von Thyssen-Krupp Nirosta ihr e Auschwitzfahrten für Auszubildende.  Ebenfalls bei Thyssen-Krupp gibt es die Kulturmittler. Rund 100 Kulturmittler wurden in den vergangenen zehn Jahren ausgebildet, sie sollen die Gräben zwischen den Kulturen überwinden und aus Fremden Freunde machen, erläuterten Annegret Finke und Peter Trube. Mit Lenard Suermann war gar eine ausgebildete Fachkraft für Rechtsextremismusprävention auf der Bühne. Suermann berichtete über die „Events gegen Rechts“ in der Jugendbildungsstätte Hattingen. Klingt Event zumindest noch ein bisschen nach Freizeit, ist das Argumentieren gegen Rechts nur noch harte Arbeit. Klaus Peter Hufer bietet hierzu Trainings an Volkshochschulen an. Am besten geht man gegen Rassismus aber schon in der Schule vor, sagte Renate Bonow von der Aktion „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Schon 250 Schulen in Nordrhein-Westfalen haben sich dem Netzwerk angeschlossen, das sich für ein demokratisches Miteinander und gegen jede Form von Diskriminierung an Schulen stark macht.  In Köln engagiert sich Claudia Wörmann-Adam von ver.di im Bündnis gegen Rechts. In der Domstadt gibt es ebenfalls starken Widerstand von rechts gegen den Bau einer Moschee.

Diese soll die größte in Deutschland werden und Duisburg-Marxloh auf Platz zwei verweisen. „Wir haben dann vielleicht nicht mehr die größte, aber immer noch die schönste Moschee in Deutschland“, sagte Zehra Yilmaz, die Leiterin der Begegnungsstätte der Moschee mit einem Augenzwinkern. Die Tagung des DGB-Bildungswerks NRW war jedenfalls ein Erfolg und Geschäftsführer Klaus Brülls kündigte schon einmal weitere Veranstaltungen in Kooperation mit der Moschee an.