Seminare für die Schwerbehindertenvertretung (SBV)

"In Betrieben und Dienststellen, in denen wenigstens fünf schwerbehinderte Menschen nicht nur vorübergehend beschäftigt sind, werden eine Vertrauensperson und wenigstens ein stellvertretendes Mitglied gewählt..." (§ 177 SGB IX).

Als Mitglied der Schwerbehindertenvertretung wachen Sie gemeinsam mit dem Betriebs- oder Personalrat darüber, dass die Rechte der schwerbehinderten Menschen in Ihrem Betrieb oder Ihrer Dienststelle gewahrt werden, nehmen die Beschwerden und Anregungen der Schwerbehinderten entgegen, beantragen Maßnahmen in deren Interesse und verhandeln mit dem Arbeitgeber z.B. über Inklusionsmaßnahmen.

Dazu braucht es die Kenntnis von Gesetzen, Verordnungen, Tarifverträgen, Betriebs- oder Dienstvereinbarungen und Verwaltungsanordnungen. Und das Wissen darum, wie die darin festgeschriebenen Rechte, Pflichten und Möglichkeiten im Interesse der schwerbehinderten Menschen umgesetzt und durchgesetzt werden können. Wir möchten Sie mit unseren Schulungen auf der Grundlage der aktuellen Rechtsprechung bei dieser verantwortungsvollen und anspruchsvollen Aufgabe unterstützen.

Unsere Seminare führen wir in Kooperation mit der IG Metall (für Beschäftigte im Bereich von Industrie und Handwerk) oder ver.di.(für Beschäftigte im Dienstleistungsbereich) durch. Eine Gewerkschaftsmitgliedschaft ist dennoch keine Voraussetzung für die Seminarteilnahme. Im Folgenden listen wir die unterschiedlichen Seminare im Bereich der Kooperation mit ver.di bzw. der IG Metall auf.

Unsere SBV-Seminare in Kooperation mit ver.di:

Die Einstiegsseminare für alle Mitglieder der Schwerbehindertenvertretung sind:

Immer aktuell finden sich in unserem Seminarfinder weitere Angebote für Schwerbehindertenvertretungen, wie z.B.

  • Aktuelle Rechtsprechung zum Schwerbehindertenrecht
  • Widerspruchsverfahren nach dem SGB IX
  • Wahlvorstandsschulungen SBV

Unsere SBV-Seminare in Kooperation mit der IG Metall:

Die Einstiegsseminare für alle Mitglieder der Schwerbehindertenvertretung im Bereich der IG Metall: "Teilhabepraxis I - III"

Darauf aufbauend folgen weitere Seminare wie

  • Qualitätsansprüche an das betriebliche Eingliederungsmanagement
  • Aktuelle Rechtsprechung im Kontext der Schwerbehindertenvertretung
  • Die "SBV-Tage"
  • Wahlvorstandsschulungen SBV

Und hier alle Seminare speziell für SBV-Angelegenheiten im Bereich der Kooperation mit der IG Metall

Unsere BEM-Seminare "von profis für profis" in Kooperation mit der TBS

Unter dem Titel "von profis für profis" führen wir in Kooperation mit den Expert*innen der TBS NRW u.a. auch Seminare zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement mit wechselnden Schwerpunkten durch: BEM-Seminare "von profis für profis"

 

SCHON GEWUSST? Mitbestimmung bei konkreter Gefährdung: Der Betriebsrat darf im Gesundheitsschutz bereits ohne Vorliegen einer konkreten Gefährdung und nicht erst bei einer konkreten Gesundheitsgefahr mitbestimmen. Voraussetzung dafür ist eine Gefährdungsbeurteilung. Eine Einigungsstelle hat nicht das Recht, selbst zu ermitteln, ob eine konkrete Gefahr vorliegt. Vgl. BAG, Beschluss vom 28.03.2017 – 1 ABR 25/15

 

Wissenswertes rund um die SBV:

Das Sozialgesetzbuch IX (SGB IX) gibt den Mitgliedern der Schwerbehindertenvertrung (SBV) aus guten Gründen ein Recht auf Freistellung für die Teilnahme an Schulungsveranstaltungen. Die Vertrauenspersonen der Schwerbehinderten haben nach § 179 Abs. 4 S. 3 SGB IX  Anspruch auf bezahlte Freistellung von der Arbeit für die Teilnahme an Schulungsveranstaltungen, auf denen Kenntnisse vermittelt werden, die für die Arbeit der SBV erforderlich sind. Die Kosten für diese Fortbildungen muss der Arbeitgeber tragen.

Das Mitglied der Schwerbehindertenvertretung entscheidet dabei selbst, auf welche Schulung es geht.

Alle Informationen, links auf Gesetze und Urteile zum Thema Freistellung für Mitglieder der Schwerbehindertenvertretung finden Sie in unserem Freistellungsratgeber.

Für die Wahl der Schwerbehindertenvertretung gibt es einen gesetzlich festgelegten, regelmäßigen Turnus (§ 177 SGB IX Abs. 5): Alle vier Jahre finden die regelmäßigen Wahlen in der Zeit vom 1. Oktober bis 30. November statt. Die nächsten Schwerbehindertenwahlen werden turnusmäßig 2022 durchgeführt. Außerhalb dieses Zeitraumes wird nur gewählt, wenn

  • das Amt der Schwerbehindertenvertretung vorzeitig erlischt und ein stellvertretendes Mitglied nicht nachrückt,
  • die Wahl mit Erfolg angefochten worden ist

oder

  • eine Schwerbehindertenvertretung noch nicht gewählt ist.

Wählbar sind alle, die am Wahltag das 18. Lebensjahr vollendet haben und dem Betrieb/der Dienststelle seit 6 Monaten angehören (eine Ausnahme besteht, wenn der Betrieb/die Dienststelle erst seit weniger als einem Jahr existiert). Und: Um gewählt werden zu können, muss man keinen Schwerbehindertenstatus haben.

Sinkt die Zahl der Schwerbehinderten im Betrieb/in der Dienststelle später unter die für die Wahl notwendige Zahl von fünf Personen bedeutet das nicht, dass das Amt der Schwerbehindertenvertretung vorzeitig erlischt.

Die Wahl wird entweder nach dem förmlichen oder nach dem vereinfachten Wahlverfahren durchgeführt. Zwischen den beiden Wahlverfahren gibt es keine freie Auswahl: §§ 1 ff. der Wahlordnung Schwerbehindertenvertretungen  (SchwbVWO) regelt das förmliche Wahlverfahren, das in Betrieben mit mehr als 50 Beschäftigten angewendet werden muss.

Vor den Wahlen führen wir Schulungen für Wahlvorstandsmitglieder sowohl nach dem förmlichen, als auch nach dem vereinfachten Wahlverfahren durch.

Die Vertrauenspersonen der Schwerbehinderten besitzen gegenüber dem Arbeitgeber den gleichen Kündigungsschutz wie die Mitglieder des Betriebs- oder des Personalrates (§ 179 Abs. 3 Satz 1 SGB). Das stellvertrende Mitglied der SBV genießt entsprechend bezogen auf den Kündigungsschutz die gleiche persönliche Rechtsstellung wie die Ersatzmitglieder des Betriebs- oder Personalrates. 

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