DRAMA BABY!
Gesellschaftliche Konflikte zeigen sich nicht nur in Parlamenten, auf Straßen oder in Nachrichtensendungen – sie werden seit Jahrhunderten auch auf der Bühne verhandelt. Dramen erzählen von Macht und Ohnmacht, von Widerstand, Moral, Gewalt, Ungleichheit und der Frage, wie Menschen in einer widersprüchlichen Welt handeln. Auf der Bühne verdichten sich gesellschaftliche Spannungen, politische Ordnungen geraten ins Wanken, und es wird sichtbar, wie Sprache Wirklichkeit formt. Dieses Seminar lädt dich dazu ein, Dramen nicht nur als Literatur, sondern als Resonanzraum gesellschaftlicher Auseinandersetzungen zu lesen.
Im Zentrum des Bildungsurlaubs steht ein Drama, das kurz vor Seminarbeginn bekannt gegeben wird und sich am Spielplan des Schauspielhaus Bochum orientiert. Gemeinsam lesen wir den Text und untersuchen, welche politischen, sozialen und historischen Fragen in ihm verhandelt werden. Dabei richten wir den Blick auf Konfliktlinien, Machtverhältnisse, Rollenbilder und gesellschaftliche Ordnungen, die sich im Drama spiegeln. Zugleich fragen wir, wie aus geschriebenem Text eine Aufführung wird: Welche Wirkung entfalten Sprache, Stilmittel und dramaturgische Strukturen auf der Bühne? Welche Deutungen legt ein Text nahe – und welche eröffnet erst die Inszenierung? So verbinden wir Textarbeit mit theaterwissenschaftlichen und gesellschaftspolitischen Perspektiven. Ein Aufführungsbesuch und die Auseinandersetzung mit Aufführungsgeschichte schlagen dabei die Brücke zwischen Analyse und Praxis.
Das Seminar zeigt dir, dass Dramen nicht nur Geschichten erzählen, sondern gesellschaftliche Wirklichkeiten befragen, Kritik ermöglichen und politische Denk- und Streit-Räume eröffnen. Du schärfst deinen Blick dafür, wie Theater gesellschaftliche Konflikte sichtbar macht, wie Sprache Macht ausübt oder unterläuft und wie Kunst zur demokratischen Auseinandersetzung beitragen kann.
Wir freuen uns auf dich!
Themen
- Dramentexte als Spiegel gesellschaftlicher und politischer Konflikte
- Sprache, Macht und Inszenierung: Wie Theater Wirklichkeit sichtbar macht
- Anaphern, Allegorien, Alliterationen – Sprache als dramatisches Mittel
- Von Aristoteles bis heute: Theater als Ort öffentlicher Auseinandersetzung
- Aufführungsbesuch, Stückanalyse und eigene szenische Lektüre
Bei diesem Angebot zahlt die/der Teilnehmende die Teilnahmegebühren.
Beginn: Montag 10 Uhr, Ende: Freitag 15:30 Uhr
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